Hüttengase sinnvoll nutzen

Hüttengase sinnvoll nutzen

28.06.2016
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Stahlwerk Duisburg

Hüttengase, die bei der Stahlproduktion entstehen, tragen erheblich zum ungeliebten CO2-Ausstoß bei. Ein neues Projekt, an dem Forscher der Ruhr-Universität beteiligt sind, soll helfen, sie sinnvoll zu nutzen.

Der Plan der 17 Partner des Projekts „Carbon2Chem“ ist es, aus dem Hüttengas wertvolle Grundstoffe für die chemische Industrie zu gewinnen. Das soll unter Zugabe von Wasserstoff in katalytischen Prozessen gelingen. Der notwendige Wasserstoff soll durch Elektrolyse erzeugt werden, wobei der Strom für die Elektrolyse aus regenerativen Energien stammen soll.

Gase reinigen und Alkohole herstellen

Aufgabe der Plasmaforscher der Ruhr-Universität um Prof. Dr. Peter Awakowicz und Prof. Dr. Achim von Keudell unterstützt durch Prof. Dr. Martin Muhler ist es, die Möglichkeiten der Plasmakatalyse für die Gasreinigung zu untersuchen. Außerdem werden katalytisch die Alkohole Methanol und Ethanol hergestellt, wozu Martin Muhler und Prof. Dr.-Ing. Viktor Scherer beitragen.

60 Millionen Euro für vier Jahre

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung mit 60 Millionen Euro über vier Jahre gefördert und umfasst 17 Partner aus Industrie, Max-Planck-Gesellschaft, Fraunhofer-Gesellschaft und Universitäten. Ziel ist es, 20 Millionen Tonnen Hüttengas – das ist etwa ein Drittel der jährlichen Gesamtmenge – zu nutzen. So würden zehn Prozent des jährlichen CO2-Ausstoßes der gesamten Industrie und des verarbeitenden Gewerbes in Deutschland vermieden.