Nachruf auf einen IT-Spezialisten der ersten Stunde

Nachruf auf einen IT-Spezialisten der ersten Stunde

09.06.2016
© RUB, Marquard
Die Ruhr-Universität trauert um den Chemiker Gerhard Bergmann.

Gerhard Bergmann ist ein Chemiker mit vielen weiteren Talenten gewesen. Das Prüfungsamt seiner Fakultät verdankt ihm beispielsweise ein ausgeklügeltes Datenbanksystem.

Analytische Chemie

Die Ruhr-Universität und die Fakultät für Chemie und Biochemie trauern um Prof. Dr. Gerhard Bergmann, der am 7. Mai 2016 im Alter von 92 Jahren gestorben ist. Bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1988 war er Inhaber des Lehrstuhls für Analytische Chemie.

Gerhard Bergmann beschäftigte sich vor allem mit der sogenannten spektrometrischen Mehrkomponentenanalyse, mit analytischer Verfahrenstechnik sowie der Automatisierung und Optimierung von spektrometrischen Analysenverfahren. Schon sehr früh setzte er auf digitale und analoge Datenerfassung sowie die digitale Verarbeitung von Daten.

Bergmann hat die Gründung des Vereins zur Förderung der Chemie und Biochemie an der RUB maßgeblich vorangetrieben; er hat zudem bis zum Jahr 2015 keine Mitgliederversammlung versäumt.

Von wegen Ruhestand

Bergmann blieb der Fakultät nach seiner Emeritierung in vielfältiger Weise verbunden. Noch bis Ende 2015 besuchte er regelmäßig das Fakultätskolloquium der Gesellschaft Deutscher Chemiker. In den ersten Jahren nach seiner Emeritierung entwickelte und implementierte er ein Datenbanksystem für das Prüfungsamt der Fakultät, das schon sehr früh eine vollständig digitale Studierendenverwaltung ermöglichte.

Zur Person

Gerhard Bergmann wurde 1923 geboren. Zwischen 1945 und 1950 studierte er in Braunschweig Chemie und schloss dort 1953 seine Promotion ab. Anschließend war er knapp zehn Jahre lang Gruppenleiter am damals neu gegründeten Institut für Spektrochemie in Dortmund. 1962 habilitierte er sich in Clausthal und war dort bis 1965 Hochschuldozent.

Nach einer Zwischenstation als wissenschaftlicher Verlagsleiter beim Verlag Chemie in Weinheim wurde Bergmann im Mai 1967 auf den Lehrstuhl für Analytische Chemie der RUB berufen. Bis zu seiner Emeritierung im August 1988 leitete er zudem die Abteilung für zentrale Analytik und war mehrfach Dekan seiner Fakultät.