Rückblick auf zehn Jahre Ausgrabungen in Italien

Rückblick auf zehn Jahre Ausgrabungen in Italien

03.06.2016
© RUB, Archäologie
Modell des römischen Landgasthofs in Ficarolo.

Zehn Jahre lang gruben Bochumer Archäologen in Oberitalien Reste eines römischen Gehöfts aus und fanden unter anderem die „Dame von Ficarolo“. Jetzt erscheint ihr Bericht.

40 Zentimeter unter dem Acker liegen die Funde

Das Grabungsgebiet liegt in der Po-Ebene und gehört zu den Orten Ficarolo und Gaiba in der Provinz Rovigo, wo sich zu römischer Zeit kein geschlossener Ort befand, sondern eine Landschaft mit einzelnen Höfen. An der Oberfläche ist von den antiken Gebäuden nichts mehr zu sehen; die Fläche wird landwirtschaftlich genutzt. 40 Zentimeter unter der Erdoberfläche befinden sich die für die Archäologen interessanten Überbleibsel aus der Vergangenheit.

Vollständiges Gehöft aus römischer Zeit

Zwischen 1992 und 2000 arbeiteten etwa 100 Studierende daran, sie freizulegen und zu säubern, die meisten von der Ruhr-Universität, einige auch von anderen Universitäten in Deutschland, Italien und Serbien. Nach Ende der Grabungen erstellten die Forscher einen Gesamtplan von ungefähr 100 mal 80 Metern. Sie konnten auf dieser Fläche ein vollständiges Gehöft ausmachen, mit Hauptgebäude, Werkstätten, gepflastertem Hof und Brunnen. Zudem fanden sie zahlreiche kleinere Fundstücke wie Münzen und Amphoren.