Mit Lösungsmitteln der Umwelt helfen

Mit Lösungsmitteln der Umwelt helfen

© RUB, Marquard
Symbolische Schlüsselübergabe: Thomas Rachel (Parlamentarischer Staatssekretär), Prof. Dr. Martina Havenith, Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und Gabriele Willems (Geschäftsführerin BLB NRW).

Wer Zucker in den Kaffee mischt, setzt einen chemischen Prozess in Gang: die Solvatation. Forscher versuchen, diesen Prozess genau zu verstehen – denn mit dem Wissen könnten sie in Zukunft der Umwelt helfen.

Viele Forscher unter einem Dach: Die Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat am 19. Mai 2016 ihren ersten Forschungsbau eröffnet. Das „Zentrum für molekulare Spektroskopie und Simulation solvensgesteuerter Prozesse“ (Zemos) führt Wissenschaftler verschiedener Fachrichtungen zusammen.

Das wird in Zemos erforscht

Die Solvatation, das Lösen einer chemischen Substanz, kennt jeder aus dem Alltag: Bereitet man einen Kaffee zu, lösen sich über 400 chemische Bestandteile des Kaffees im Wasser – so entsteht das Aroma. Was genau bei solchen Prozessen auf molekularer Ebene passiert, untersuchen Forscher an der RUB. Die Solvatation ist einer der grundlegendsten Vorgänge in der Chemie, in der chemischen Verfahrenstechnik und in der Biologie. Doch ein tief greifendes Verständnis dieses Vorgangs fehlt bislang.

Das soll sich mit Solvation Science ändern: Das neue, fachübergreifende Forschungsfeld bildet die Schnittstelle zwischen Chemie, Physik und Biologie. „Die Ruhr-Universität macht mit Zemos einen großen Sprung auf dem Weg in die Weltspitze dieses sich rasant entwickelnden Forschungsgebiets“, sagt Prof. Dr. Axel Schölmerich, Rektor der Universität. „Das neue Gebäude ermöglicht uns den weiteren Ausbau des interdisziplinären Forschungsschwerpunktes an der RUB.“

Land und Bund fördern innovativen Forschungsansatz

Rund 44 Millionen Euro für den Bau, die Ersteinrichtung und Großgeräte für die Forschung haben Bund und Land NRW jeweils zur Hälfte gefördert. „Der Bau leistet einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Forschungsstandortes Deutschland“, sagt Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung.