Das Ende der Zeit

Das Ende der Zeit

13.04.2016
© Fotolia, ChiccoDodiFC
Selbst hinter Gefängnismauern und Stacheldraht sind wahre Künstler weiterhin produktiv.

Polnisch, Deutsch, Französisch, Englisch – auf einer mehrsprachigen Veranstaltung der Universitätsbibliothek geht es um eine besondere Hinterlassenschaft: Kunst, die im Gefangenenlager entstand.

Am Donnerstag, 14. April, sind alle Interessierten herzlich eingeladen (16 Uhr, Raum UB 1/09). Mit dem Titel „Das Ende der Zeit“ widmen sich die Referenten der Geschichte von Olivier Messiaen und Zdislaw Nardelli im Kriegsgefangenenlager Görlitz 1940/41. Beide Künstler eint damals eine tiefe Verbundenheit und das Bedürfnis, das Schicksal der Gefangenschaft künstlerisch zu verarbeiten.

Berühmte Komposition

Im Jahr 1940 entsteht im sogenannten Stalag Görlitz Messiaens berühmte Komposition „Das Quartett für das Ende der Zeit“, das am 15. Januar 1941 im Lager uraufgeführt wird. Die – begleitenden – Gedichte Nardellis gehen jedoch verloren: konfisziert von der Gestapo.

Gemeinsam mit der Dokumentationsstelle Porta Polonica des LWL-Industriemuseums zeigt die Bochumer UB den Dokumentarfilm „Le Charme des Impossibilités“ von Nicolas Buenaventura Vidal (französisch mit englischen Untertiteln). Einen einführenden Vortrag auf Polnisch hält Dr. Jerzy Stankiewicz aus Krakau, Präsident des Polnischen Komponistenverbandes. Die Veranstaltung ist auch für nicht Polnisch sprechende Besucher geeignet. Es wird Material in deutscher Sprache zur Verfügung gestellt.

Osteuropakolleg NRW

Die Veranstaltung läuft unter dem Dach des 2015 gegründeten Osteuropakollegs NRW. Das ist ein großer Zusammenschluss von universitären und außeruniversitären Einrichtungen in Nordrhein-Westfalen, der die Expertise über Osteuropa bündelt. Die UB, die Dokumentationsstelle Porta Polonica und das LWL-Industriemuseum Dortmund sind Mitglieder des Osteuropakollegs.

Weitere Informationen

Dr. Erdmute Lapp, Direktorin der UB, Tel. 0234 32 22351 erda.lapp@rub.de