Rätsel um indischen und ostasiatischen Monsun gelöst

Rätsel um indischen und ostasiatischen Monsun gelöst

13.04.2016
© RUB, Marquard
Dr. Sebastian Breitenbach interessiert sich für die Dynamik des Monsuns. Stalagmiten verraten ihm Klimavariationen über viele Tausend Jahre hinweg.

Rund ein Drittel der Weltbevölkerung hängt vom Monsun ab. Nun gibt es neue Erkenntnisse zu dem Wetterphänomen.

Daten der vergangenen 280.000 Jahre

Jahrelang haben Forscher gestritten, ob es einen mehrere tausend Jahre langen Zeitversatz zwischen dem indischen und dem ostasiatischen Monsun gibt. Ein internationales Forscherteam, dem auch Dr. Sebastian Breitenbach von der RUB angehört, analysierte Daten aus den vergangenen 280.000 Jahren und kam zu dem Schluss: Den Zeitversatz gibt es nicht. Fällt der indische Monsun schwach aus, fällt auch der ostasiatische Monsun schwach aus.

„Der Monsun bestimmt, ob die Landwirtschaft in China und Indien ertragreich ist“, erklärt Breitenbach. Säen die Bauen nur etwas zu früh oder zu spät vor oder nach Eintreffen des Monsuns, kann das die ganze Ernte vernichten.

Bessere Klimamodelle

Die Daten aus der aktuellen Studie könnten Klimamodelle zur Vorhersage des Wetterphänomens erweitern. „Wir selbst erstellen zwar keine solchen Modelle“, erklärt Breitenbach, „aber unsere Erkenntnisse können in Computersimulationen anderer Kollegen einfließen.“

Bislang fußen die Modelle hauptsächlich auf meteorologischen Daten der vergangenen Jahrzehnte. In „Scientific Reports“ berichten die Wissenschaftler, wie sie die Monsunstärke der vergangenen Jahrtausende anhand von Stalagmiten bestimmten.

Stalagmiten verraten Monsunstärke

Stalagmiten bilden sich in Höhlen im Lauf von Jahrtausenden durch einsickerndes Regenwasser. In dem Wasser sind unterschiedliche Sauerstoffisotope enthalten, also leichtere und schwerere Formen von Sauerstoff. Aus dem Mengenverhältnis der Sauerstoffisotope können Forscher Rückschlüsse auf die Regenmenge ziehen, die in einem bestimmten Zeitraum gefallen ist.

Das Team um Gayatri Kathayat von der chinesischen Xi’an Jiaotong University analysierte über 6.000 Proben aus Stalagmiten indischer Höhlen und verglich die Daten mit denen von Stalagmiten aus chinesischen Höhlen. Mit dieser Analyse widerlegten sie die umstrittene Theorie vom Zeitversatz zwischen indischem und ostasiatischem Monsun.

Redaktion: Julia Weiler