Amorphophallus blüht im Botanischen Garten

Amorphophallus blüht im Botanischen Garten

21.03.2016
© RUB, Marquard
Auf dem langen Blütenstandschaft steht ein Kolben (Spadix) über einem einzelnen Hochblatt (Spatha).

Im Botanischen Garten blüht ein Mal pro Jahr eine Pflanze mit auffälligem Duft: Amorphophallus verströmt einen beißenden Geruch nach Fäkalien und Verwesung. Allerdings nur für kurze Zeit.

Extrem kurzes Dufterlebnis

Für menschliche Nasen ist der Duft des Aronstabgewächses ekelerregend, dafür wirkt er auf manche Insekten umso anziehender. Unter anderem lockt er Schmeißfliegen an, die in den Blütenstand kriechen und so die Blüte bestäuben. Das „dufte“ Spektakel ist jedoch nur von kurzer Dauer: Nach zwei bis drei Tagen kippt der Blütenstand um und beginnt zu verrotten.

Knolle kann auf Erde und Wasser verzichten

Übrig bleibt die große Knolle, die bei älteren Pflanzen über 100 Kilogramm wiegen kann. „Erst wenn sie verblüht ist, topfen wir die Pflanze ein“, erklärt Gärtner Timo Riering. „Dann bildet sie neue Blätter.“ In der Ruhezeit kommt die Knolle sogar ohne Erde und Wasser aus.

Die Gewächse im Botanischen Garten bringen Blumen von rund 1,70 Metern hervor. Der artverwandte Titanenwurz, Amorphophallus titanum, besitzt die größte Blume der Welt: Der Rekord liegt bei knapp drei Metern und wurde im Jahr 2005 im Botanischen Garten Stuttgart gemessen.