Hörstörungen früh erkennen

Hörstörungen früh erkennen

02.03.2016
© Damian Gorczany
Es ist wichtig, Hörstörungen so früh wie möglich zu diagnostizieren und zu therapieren. Bei diesem Säugling wird gerade eine Untersuchung namens TEOAE durchgeführt, um eine mögliche Hörstörung zu entdecken. Die Untersuchung ist schmerzlos und schnell überstanden.

Eine RUB-Studie zeigt: In vielen Ländern der Welt werden Neugeborene nicht oder nur unzureichend auf Hörstörungen gescreent. Dabei hängt der Erfolg einer Behandlung von einer frühen Diagnose ab.

Untersuchung direkt nach der Geburt

Die Studie von Prof. Dr. Katrin Neumann zeigt, dass gerade in Entwicklungsländern Nachholbedarf besteht, was die Diagnose und Behandlung von Hörstörungen angeht. Die Medizinerin leitet die Phoniatrie und Pädaudiologie des St. Elisabeth-Hospitals in Bochum. Ihr Ziel ist eine weltweite Standardisierung von Hörtest für Neugeborene. Über die Ergebnisse des Forschungsprojektes berichtet das Wissenschaftsmagazin RUBIN.

Wissenschaftler sammeln Daten aus über 151 Ländern

Für ihre Studie hat Prof. Dr. Katrin Neumann in Zusammenarbeit mit internationalen Kollegen den Entwicklungsstand von Hörtests für Säuglinge aus 151 Ländern ermittelt. Doch damit ist die Studie noch nicht abgeschlossen, einige Länder müssen die Fragebögen noch zurück schicken. Die bisherigen Ergebnisse: Mehr als die Hälfte der Teilnehmerländer hat inzwischen Hörtests für Säuglinge eingeführt, auch wenn die verwendete Technik oft nicht westlichen Standards entspricht. Es zeigt sich außerdem, dass das Screening in den Ländern besser läuft, in denen es staatlich reguliert ist. Zudem hat die Studie Vermutungen bestätigt, dass die Prävalenz frühkindlicher Hörstörungen in unterentwickelten Ländern deutlich höher ist als bisher angenommen.