Mobiles Kinderzimmer erleichtert die Betreuung von Kleinkindern

Mobiles Kinderzimmer erleichtert die Betreuung von Kleinkindern

01.03.2016
© RUB, Marquard
Spiel und Spaß: Die Unizwerge probieren das mobile Kinderzimmer aus; sie werden dabei von den Initiatoren dieses Angebots beobachtet (von links): Sandra Linn (Forschergruppe Extinktionslernen), Willy Dreckmann (Leiter der Werkstatt der Fakultät für Psychologie), Kerstin Tepper (Koordinatorin Familiengerechte Hochschule) und Uwe Koßmann (ProKids – der Familienservice).

Mit einem mobilen Kinderzimmer unterstützt die RUB fortan Eltern, die kurzfristig ihre Kinder mit zur Arbeit nehmen müssen. Die rollende Kommode enthält alles, was ein Kleinkind braucht: von Spielzeug bis zum Reisebett.

Gemeinschaftswerk

Es ist ein echtes Gemeinschaftswerk. Weil die RUB nicht flächendeckend Eltern-Kind-Arbeitszimmer einrichten kann, haben eine Menge Leute die Köpfe zusammengesteckt und eine Lösung für den Fall der Fälle ausgearbeitet. Die Tagesmutter wird plötzlich krank, die Kita wird bestreikt oder das Kind ist fast wieder fit, darf aber noch nicht in die Schule. Was kann ich tun, wenn ich mein Kind unerwartet mit ins Büro nehmen muss, es sich aber nicht langweilen soll? Spielzeug wäre nicht schlecht, Malsachen und was zum Lesen beziehungsweise zum Angucken.
All das steht naturgemäß nicht im Büro herum. Genau deshalb haben nun der Familienservice Pro-Kids, das Gleichstellungsbüro, die Forschergruppe Extinktionslernen und die Werkstatt der Fakultät für Psychologie ein mobiles Kinderzimmer entwickelt und gebaut. Es vereinigt all das, was gerade genannt wurde und besitzt darüber hinaus eine Wickelauflage, einen ausklappbaren Tisch, einen Stuhl sowie ein Reisebett, das auch als Laufstall genutzt werden kann.

Crashtest bei den Unizwergen

Das mobile Kinderzimmer eignet sich für Kinder bis zum Grundschulalter. Es sieht aus wie eine Kommode auf Rädern. Hinter jeder (für Kinder ungefährlich zu öffnenden) Tür oder Schublade versteckt sich etwas, das Kinderaugen größer werden lässt: Puzzle, Bausteine, Bücher, Papier, Stifte, Spiele und so weiter; hinter der größten Tür liegt das bequem aufzubauende Reisebett.
Im Februar wurde der Prototyp des mobilen Kinderzimmers erstmals auf seine Alltagstauglichkeit hin getestet. Wer könnte das besser als die spätere Zielgruppe? Darum stand es zwei Wochen lang bei den Unizwergen im Gebäude GA und wurde von den ein- bis dreijährigen Kindern auf Herz und Nieren geprüft. Schon nach wenigen Augenblicken stand fest: Das mobile Kinderzimmer kommt prima an. Es verfügt sogar über ausreichend Spielsachen und sonstige Zerstreuung für ein Dutzend Kinder auf einmal – und somit erst recht für eines.

Zunächst zehn Stück

Andererseits ist ein einziger Prototyp für die 50.000 Menschen auf dem Campus natürlich viel zu wenig. „Wir würden gern jeder Einrichtung, die Bedarf hat, ein mobiles Kinderzimmer zur Verfügung stellen“, sagt Kerstin Tepper. Diese „Einrichtung“ kann laut der Koordinatorin Familiengerechte Hochschule der RUB unter anderem eine Fakultät, eine Arbeitsgruppe oder ein Dezernat sein. Kerstin Tepper nennt darüber hinaus eine Besonderheit: „Von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderte Programme erhalten meist eigene Mittel für Maßnahmen, die die Gleichstellung unterstützen.“ Mit anderen Worten: Der Kauf eines mobilen Kinderzimmers würde den Etat beispielsweise eines Sonderforschungsbereiches (SFB) überhaupt nicht belasten.
Ansonsten stehen zentrale Mittel für die rollende Kommode zur Verfügung. Zunächst geht der Prototyp mit einer Auflage von zehn Stück in Serie. Die ersten rollenden Kinderzimmer werden derzeit in der Werkstatt der Fakultät für Psychologie angefertigt und können bis zum Beginn des Sommersemesters ausgeliefert werden. Sollte der Bedarf auf dem Campus höher sein, könnten laut Werkstattleiter Willy Dreckmann innerhalb weniger Wochen weitere Kinderzimmer entstehen.

Weitere Informationen
Kontakt für Einrichtungen, die sich für das mobile Kinderzimmer interessieren: Kerstin Tepper, Dezernat für Personalangelegenheiten, Koordinatorin Familiengerechte Hochschule, UV 2/206, Tel. 0234 32 21868 kerstin.tepper@uv.rub.de