Neurowissenschaft: Dunkel ist schneller als hell

Neurowissenschaft: Dunkel ist schneller als hell

11.02.2016
© RUB, Dirk Jancke, redrawn from Ouchi, 1977
Beim Betrachten der Abbildung werden durch Augenbewegungen gleichzeitige Lichtwechsel an den Grenzen heller und dunkler Flächen erzeugt. In der visuellen Sehrinde entstehen dadurch Erregungswellen, die durch Weiterverarbeitung in anderen Gehirnarealen möglicherweise zur Wahrnehmung von Objektbewegung führen.

RUB-Forscher haben untersucht, wie wir Bewegung wahrnehmen. Sie zeigen, dass Kontraste zwischen Objekt und Hintergrund im Gehirn Aktivitätswellen verursachen, die für das Erkennen verantwortlich sind.

Kontrastwechsel erzeugen „Bewegung“ im Gehirn durch Aktivitätswellen

„Da hat sich doch etwas bewegt?“ Jeder kennt die Situation: man blickt in Richtung eines Geräuschs, kann aber beim besten Willen kein Objekt erkennen. Erst dessen Bewegung, und sei sie minimal, erlaubt dessen Wahrnehmung. Forscher der Ruhr-Universität Bochum haben dieses Phänomen untersucht und konnten zum ersten Mal zeigen, dass gleichzeitige Lichtänderungen zwischen Objektgrenzen und Hintergrund Aktivitätswellen in der visuellen Großhirnrinde auslösen. Diese könnten ein empfindliches Signal zur Wahrnehmung von Bewegung sein. Die Ergebnisse der Wissenschaftler wurden in „The Journal of Neuroscience“ veröffentlicht.

Weitere Informationen

PD Dr. Dirk Jancke, Optical Imaging Group, Institut für Neuroinformatik der Ruhr-Universität, 44780 Bochum, Tel. 0234/32-27845 dirk.jancke@rub.de