Stress schwächt räumliche Wahrnehmung

Stress schwächt räumliche Wahrnehmung

25.01.2016
© fotolia, Iakov Kalinin

Stress beeinträchtigt die Wahrnehmung von komplexer räumlicher Information. Wie RUB-Forscher herausfanden, beeinflusst das Stresshormon Cortisol die für die entsprechende Informationsverarbeitung wichtige Hirnregion Hippocampus.

Landschaften und Räume werden unterschiedlich verarbeitet

In einer Verhaltensstudie mit jungen Männern untersuchten Neurowissenschaftler des Sonderforschungsbereichs 874, wie sich die Wahrnehmung von Gesichtern und Landschaften unter Stress von der Wahrnehmung ohne Stress unterscheidet. Das Ergebnis: Speziell bei der Wahrnehmung von komplexen Landschaftsszenarien schnitten die gestressten Probanden weniger gut ab, als die nicht gestresste Kontrollgruppe. Bei der Wahrnehmung von Gesichtern gab es keinen statistisch bedeutsamen Unterschied zwischen den Gruppen. „Unsere Ergebnisse bestätigen die Idee, dass Landschaften und Räume im Hippocampus, Gesichter jedoch in anderen Arealen des Schläfenlappens verarbeitet werden,“ erklärt Doktorand Marcus Paul. „Stress hat einen entscheidenden Einfluss auf den Hippocampus und beeinträchtigt nicht nur den Gedächtnisabruf, sondern auch die räumliche Wahrnehmung.“ Die Ergebnisse der Studie veröffentlicht das Fachjournal „Psychoneuroendocrinology“.