Zwei neue RUB-Forscher im Jungen Kolleg

Zwei neue RUB-Forscher im Jungen Kolleg

21.01.2016
© AWK NRW
Wurden in das Junge Kolleg aufgenommen: Robert Kourist (2. v.l.) und Armin Zlomuzica (2. v.r.) mit NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze, RUB-Rektor Prof. Axel Schölmerich (Mitte) und Akademiepräsident Prof. Wolfgang Löwer (rechts)

Mit zwei von zehn exzellenten Nachwuchswissenschaftlern stellt die RUB erneut ein ansehnliches Kontingent der neuen Mitglieder des Jungen Kollegs der nordrhein-westfälischen Akademie der Wissenschaften und der Künste.

Bedeutende Auszeichnung

Die neu berufenen Mitglieder wurden auf einer Festveranstaltung offiziell aufgenommen. Die Aufnahme in das Junge Kolleg gehört zu den bedeutendsten Auszeichnungen für junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Nordrhein-Westfalen. In diesem Jahr kommen die neuen Kollegiatinnen und Kollegiaten aus den Wissenschaftsstandorten Aachen, Bielefeld, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Münster, Paderborn.

Robert Kourist

Dr. Robert Kourist (Jahrgang 1980) ist Juniorprofessor für Mikrobielle Biotechnologie an der Fakultät für Biologie und Biotechnologie der RUB. Er studierte Biochemie in Greifswald, Stockholm und Oviedo und wurde 2009 in Greifswald promoviert. Nach einem einjährigen Postdoc-Aufenthalt an der Keio-Universitat in Yokohama wechselte er 2011 an die TU München, von wo aus er im darauffolgenden Jahr an die RUB berufen wurde. Seit 2015 untersucht Kourist in der NRW-Nachwuchsforschergruppe „ChemBio-Cat“ und dem von ihm koordinierten Marie-Curie-Projekt „BIOCASCADES“ das Zusammenspiel chemischer und biologischer Katalyse. Enzyme vermitteln den komplexen Stoffwechsel und wurden dazu über Jahrtausende von der Evolution optimiert. Ihre hervorragende Selektivität ermöglicht die Synthese vieler komplexer Verbindungen, die mit klassischer organischer Synthese noch nicht zuganglich sind. Die Natur stellt jedoch nur eine begrenzte Auswahl an Katalysatoren bereit. Robert Kourist beschäftigt sich damit, diese Limitierung zu überwinden.

Armin Zlomuzica

Dr. Armin Zlomuzica (Jahrgang 1979) ist seit 2014 Juniorprofessor für „Clinical and Behavioral Neuroscience“ an der RUB-Fakultät für Psychologie. Er absolvierte sein Psychologiestudium in Düsseldorf, wo er auch promoviert wurde. Als Postdoc arbeitete er anschließend in der Heisenberg Gruppe „Verhaltensgenetik und Neuropsychopharmakologie“ sowie am Forschungs- und Behandlungszentrum für psychische Gesundheit der RUB; Armin Zlomuzica ist auch psychotherapeutisch tätig. Der Psychologe untersucht die Neurobiologie und Neuropathologie von Lern- und Gedächtnisprozessen. Hierfür entwickelt er spezielle Verhaltensparadigmen, mit denen sowohl basale Formen des Lernens (etwa das Erlernen von Furcht) als auch komplexe, persönliche Lernerfahrungen speziesübergreifend erfasst werden können. Ein wesentliches Ziel seiner Forschungsarbeit ist die Identifikation von genetischen und neurobiologischen Faktoren, die ebenjenen Lern- und Gedächtnisformen zugrunde liegen. Die Übertragbarkeit der Forschungsergebnisse von Tier- auf Humanmodelle spielt hierbei eine zentrale Rolle.

Das Junge Kolleg

Zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses in Nordrhein-Westfalen wurde im Jahre 2006 das Junge Kolleg gegründet, in das bis zu 30 herausragende junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Fachrichtungen für jeweils vier Jahre berufen werden können. Möglich gemacht wurde dieses Förderprogramm durch die finanzielle Unterstützung der Stiftung Mercator. Ab dem Jahr 2014 hat das Land Nordrhein-Westfalen die Finanzierung übernommen. Im Jungen Kolleg wird den Mitgliedern eine interdisziplinäre Plattform zum Austausch und zur gemeinsamen Erarbeitung kritischer Bewertung gesellschaftlich relevanter Fragen geboten. Die maximal 30 Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler werden fachlich, finanziell und ideell unterstützt. Sie erhalten bis zu vier Jahre lang ein jährliches Stipendium in Höhe von 10.000 Euro und nehmen am Akademie-Leben teil. Voraussetzung für die Mitgliedschaft im Jungen Kolleg sind – zusätzlich zur Promotion – herausragende wissenschaftliche Leistungen an einer Hochschule oder Forschungseinrichtung in Nordrhein-Westfalen. Die Mitglieder dürfen bei ihrer Aufnahme in das Kolleg nicht älter als 36 Jahre sein und noch keine unbefristete Hochschullehrerstelle innehaben.