Wie man die Angst vergisst

Wie man die Angst vergisst

19.01.2016
© fotolia, Tamas Zsebok

Wenn Erinnerungen abgerufen werden, aktualisiert sich das Gedächtnis und die Erinnerung wird für kurze Zeit instabil. Diesen Prozess der Rekonsolidierung haben RUB-Forscher untersucht. Dabei ist es ihnen gelungen, angstvolle Erinnerungen vergessen zu machen.

Rekonsolidierung mit Optogenetik unterdrückt

Gerade wenn Gedächtnisinhalte abgerufen werden, sind sie besonders instabil. Dann versucht das Gehirn die Erinnerung mit aktuellen Informationen auf den neuesten Stand zu bringen. Die Forscherteams um Prof. Dr. Magdalena Sauvage und Dr. Vanessa Lux, sowie Prof. Dr. Stefan Herlitze und Dr.Olivia Masseck haben diese Phase der Rekonsolidierung mithilfe der Optogenetik unterdrückt und mit hochmodernen Bildgebungsverfahren untersucht, welche Auswirkungen das auf das Erinnerungsvermögen hat. Die Optogenetik ermöglicht es den Wissenschaftlern, genmanipulierten Nervenzellen durch Lichteinwirkung zu aktivieren oder auszuschalten.

Forschung liefert Ansätze für Angst-Therapie

Am Tiermodell ist es dem Forscherteam auf diese Weise gelungen, angstvolle Erinnerungen vergessen zu machen. „Unsere Ergebnisse haben neue Zielbereiche im Gehirn aufgezeigt, die für die Rekonsolidierung und den Abruf von Angst-Erinnerungen eine Rolle spielen. Für die Behandlung von Posttraumatischen Belastungsstörungen und ähnlichen Erkrankungen liefert das vielversprechende Anknüpfungspunkte“, erklärt Dr. Vanessa Lux.