Trauer um Ulrich Herrmann

Trauer um Ulrich Herrmann

12.01.2016
© RUB, Foto: Katja Marquard

Am 21. Dezember 2015 starb unerwartet Prof. Dr. Ulrich Herrmann; er wurde 65 Jahre alt. Im Institut für Erziehungswissenschaft hinterlässt er eine große Lücke an Wissen, Einsatzbereitschaft und gelassener Kollegialität.

Seit 1971 an der RUB

Ulrich Herrmann war der Ruhr-Universität über Jahrzehnte verbunden. Hier nahm er 1971 sein Studium in den Fächern Englisch, Pädagogik und Sozialwissenschaften auf, das er sowohl mit dem Lehramtsexamen als auch mit dem sozialwissenschaftlichem Diplom abschloss. 1987 wurde er durch die (damalige) Fakultät für Philosophie, Pädagogik und Publizistik zum Dr. phil. promoviert. 2003 habilitierte er sich und erhielt die Lehrbefugnis für das Fach Pädagogik, bevor er 2008 schließlich auf eine Professur für Schulsystementwicklung und Professionalisierung des Lehrerberufs am Institut für Erziehungswissenschaft berufen wurde, die er bis zuletzt innehatte.

Forschungsinteressen

Ulrich Herrmann forschte im Bereich der Bildungsgeschichte, Schwerpunkte waren unter anderem die Bildungssystem- und die Familienforschung. Er hat als Autor und Bearbeiter am Datenhandbuchprojekt der DFG zur deutschen Bildungsgeschichte mitgewirkt, aus dem für die bildungshistorische und soziologische Forschung unverzichtbare Grundlagenwerke hervorgegangen sind. Herrmanns besonderes Interesse galt Familienstrukturen, die sich über mehrere Generationen und zugleich über nationale Grenzen hinweg rekonstruieren ließen.

Lehre und Administration

Seine zugängliche und offene Art der Kommunikation, mit der er seinen intensiv betriebenen Lehraufgaben nachkam, schufen Wertschätzung und Beliebtheit auch bei Studierenden. Seine Lehre im Bereich des Master of Education stattete er mit einem differenzierten und für die Angebotsstruktur des Instituts zentralen Themenprofil aus. Für die Selbstverwaltung engagierte er sich mit Funktionen unter anderem im Fakultätsrat und im Senat. Er galt hier ebenso als gründlicher, mit Bedacht und Offenheit arbeitender Kollege.

(Der Text basiert auf dem Nachruf des Dekanats Philosophie und Erziehungswissenschaft)