In Indien hat es Klick gemacht

In Indien hat es Klick gemacht

23.10.2015
© RUB, Foto: Marquard
Auf Motivsuche: Natalie Berg und Malte Stocker

Jeden Tag eine Dosis Revierliebe: Zwei Studierende der RUB haben ein erfolgreiches Fotoprojekt im sozialen Netzwerk Instagram gestartet. Das Besondere: Bei "EverydayRuhrgebiet" kann jeder mitmachen.

Das Ruhrgebiet in allen Facetten

Natalie Berg kommt aus Leipzig, Michael Harrington ist in Bochum aufgewachsen. Beide verbindet eine große Liebe: Ihr Herz schlägt für das Ruhrgebiet. Als „EverydayRuhrgebiet“ veröffentlichen die beiden Studierenden auf Instagram täglich mindestens ein Foto aus dem Revier.

Sie möchten die vielen spannenden Seiten zeigen, die das Ruhrgebiet neben Fördertürmen, Fußball und Currywurst zu bieten hat. Die Idee zum gemeinsamen Projekt kam den beiden RUB-Studierenden allerdings nicht an der Ruhr, sondern in Indien. Bei einer gemeinsamen Exkursion des Optionalbereichs tauschten sie sich über Fotografie auf Instagram aus. „Unsere Idee ist nicht neu, es gibt weltweit schon viele Everyday-Projekte in großen Städten“, erzählt die 24-jährige Natalie. Aber eben noch keine Präsenz für das Ruhrgebiet. So fiel schließlich fiel der Entschluss: Das machen wir.

Täglich neue Fotos

Das erste Foto auf ihrem Instagram-Account haben Natalie und Michael im Juli 2015 veröffentlicht. Es ist eine Schwarz-Weiß-Aufnahme ist während des Festivals Bochum Total entstanden. Seitdem arbeiten sie täglich daran, ihren Abonnenten frische Inhalte zu liefern. Wie viel Zeit sie für ihr Hobby aufwenden, können sie selbst nur schwer abschätzen. „Es ist ja nicht damit getan, nur Fotos hochzuladen und E-Mails zu beantworten“, erklärt Natalie. „Wir müssen neue Bilder auswählen, festlegen, wann welches Foto hochgeladen wird und spontan auf aktuelle Einflüsse reagieren.“ Wenn zum Beispiel das Wetter plötzlich umschlägt und ein heftiger Regenschauer auf die Erde prasselt, spiegelt sich das auch in der Bildauswahl von EverydayRuhrgebiet wieder. Statt eines Fotos aus dem Hagener Freilichtmuseum bei blauem Himmel gibt es eben ein Schwarz-weiß-Motiv vom Dortmunder Hauptbahnhof, auf dessen Bahnsteigen die Pfützen deutlich zu sehen sind. Auch Jürgen Klopps Abschied als BVB-Trainer wurde honoriert, mit einem Foto aus dem Westfalenstadion.

Verschiedene Stile und Perspektiven

Inzwischen können Natalie und Michael aus einem beachtlichen Archiv wählen. Sie arbeiten mit vier weiteren Hobbyfotografen zusammen, die ihnen Revierbilder liefern. Darunter auch der 20-jährige Malte Stocker: „Jeder hat seinen eigenen Stil, seine eigene Perspektive. Das macht es so spannend.“ Als Team decken sie große Städte wie Essen, Duisburg, Bochum und Dortmund ab. Je bekannter das Projekt wird, desto mehr Bilder liefert auch die Instagram-Community. Unter dem Hashtag #everydayruhrgebiet finden sich bereits knapp 1.000 Fotos, täglich kommen neue hinzu. So können Natalie und Michael auch Eindrücke aus Städten zeigen, in denen das Team selbst zu selten unterwegs ist. Gefällt ihnen ein Foto, bitten sie die jeweiligen Nutzer um Erlaubnis, das Bild auf ihrem Kanal veröffentlichen zu dürfen.

Natur und Alltagsgeschehen

Besonders beliebt bei den Abonnenten sind Naturaufnahmen, allen voran Sonnenuntergänge, und Motive bekannter Sehenswürdigkeiten wie Tiger & Turtle in Duisburg. Aber auch Szenen aus dem Alltag kommen gut an: Kinder, die den Bürgersteig mit Kreide bemalen, eine Teetasse auf dem Tisch im Café, eine junge Frau, die in einem Marxloher Kiosk einkauft. „Wir suchen nach Fotos, die das gesamte Ruhrgebiet abbilden“, erklärt Natalie. „Aber das ist wahrscheinlich eine Lebensaufgabe“, fügt sie hinzu und lacht.

Redaktion: Sabrina Kauschke

RUBENS 200

Diesen Text finden Sie auch in RUBENS 200, die am 20. Oktober 2015 erschienen ist.

weiterlesen


Angeklickt

 

Mitmachen

Wer mitmachen möchte, schreibt eine E-Mail an everydayruhrgebiet@gmail.com oder taggt seine Fotos auf Instagram mit #everydayruhrgebiet.