Abschied vom IB

Abschied vom IB

03.08.2015
© Os Özkan
So hat Os Özkan den Auszug aus IB miterlebt

Im Musischen Zentrum sind zurzeit Fotos zu sehen, die den Auszug der Beschäftigten aus dem Gebäude IB dokumentieren. Im Mittelpunkt der Ausstellung „bye, bye IB - ein RUB Urgestein geht“ stehen aber nicht die Menschen, sondern Büros, Labors und Werkstätten.

Ausgerechnet zum 50. Geburtstag

Ausgerechnet im Jubeljahr zum 50. Geburtstag der RUB muss man sich von den ersten Gebäuden verabschieden, die Anfang der 60er-Jahre auf dem Campus errichtet wurden. IA und IB sind abgerissen, die Geschichte dazu ist bekannt. Doch vergessen ist die Arbeitsstelle vieler Uni-Mitarbeiter und Studierenden deshalb nicht: Im Musischen Zentrum (MZ) ist als Rückblick zurzeit die umfangreiche Fotoausstellung „bye, bye IB - ein RUB Urgestein geht“ zu sehen. Die Fotos zeigen Büros, Labors und Werkstätten im Moment des Verlassenwerdens.

Entdeckungsreise

Fotografinnen und Fotografen um MZ-Bereichsleiter Felix Freier dokumentierten 2013 exakt den Moment, als die Räume von ihren Nutzern zurückgelassen wurden, die Abrisskolonnen aber noch nicht tätig waren. „Es war eine Entdeckungsreise an höchst individuell geprägte, mehr oder weniger spontan aufgelassene Orte. Manche Büros und Labors waren penibel aufgeräumt und gesäubert. Bei anderen hatte man den Eindruck, sie seien im laufenden Arbeitsprozess von jetzt auf gleich verlassen worden: Da lag der umgekippte Kaffeebecher noch auf dem Schreibtisch“, erzählt Freier.

„lost places“

Die fotografische Dokumentation dieses Zustandes verfolgt nicht nur künstlerische Absichten, sie hat auch etwas mit moderner Archäologie zu tun. Die Fotografen bewegen sich im Umfeld von Themen wie „lost places“ und „urban exploration“, bei denen es um die Erkundung und das Erlebnis einer noch authentisch und dennoch bereits historischen Atmosphäre geht. An einigen Türen fanden sich Nachrichten für eine Zukunft, die es nicht mehr gegeben hat: „Briefkasten wird nicht mehr geleert!“ Jemand anderes hatte wohl doch noch Hoffnung: „Bin jetzt weg, bitte Blumen gießen“. Doch die Pflanze auf dem Fensterbrett des leeren Büros ist bereits verdorrt.

Ausschließlich eine Finissage

Die Präsentation der etwa 50 großformatigen Fotos passt sich dem Thema und der Abrisssituation an. Einige der Fotos sind an Bauzäunen befestigt. Auf eine Ausstellungseröffnung haben die Fotografen bewusst verzichtet. Mit dem Abbau der Ausstellung gibt es stattdessen thematisch passend eine Finissage, denn danach ist endgültig Schluss mit dem alten Gebäude IB.

Weitere Informationen

Ausstellung „bye, bye, IB – ein RUB-Urgestein geht“, ein Fotoprojekt von Studierenden zur dokumentarischen Sanierungsarchäologie, MZ-Foyer bis 18. November 2015, werktags 9-18 Uhr, Eintritt frei. http://www.ruhr-uni-bochum.de/mz-foto/