Ursachen einer speziellen Bewegungsstörung erforschen

Ursachen einer speziellen Bewegungsstörung erforschen

17.06.2015
© Lehrstuhl für Allgemeine Zoologie und Neurobiologie
SCA6-Proteinaggregate in Purkinjezellen des Kleinhirns

RUB-Forscher haben ein Mausmodell für die menschliche Krankheit SCA6 etabliert, eine Bewegungsstörung, die mit dem Verlust von Nervenzellen im Kleinhirn einhergeht. Damit sollen die Ursachen der Krankheit genau erforscht werden.

Genetischer Defekt ähnlich wie bei Chorea Huntington

SCA6 oder Spinale Cerebelläre Ataxie vom Typ 6 bindet Patienten häufig an den Rollstuhl; Therapien gibt es bisher nicht. „Um zu verstehen, wie die Krankheit entsteht, und um mögliche Behandlungen zu entwickeln, war es notwendig, ein Mausmodell zu etablieren“, sagt die Dr. Melanie Mark. vom Lehrstuhl für Allgemeine Zoologie und Neurobiologie. Wie Chrorea Huntington gehört SCA6 zu den Polyglutaminkrankheiten: Proteine enthalten an bestimmten Stellen zu viele Wiederholungen der Aminosäure Glutamin.

Früherkennung durch Konditionierungslernen

Das Team um Prof. Dr. Stefan Herlitze nutzte ein menschliches Calciumkanalfragment, das solche Glutaminwiederholungen von SCA6-Patienten trägt, und brachte es in die Kleinhirnzellen von Mäusen ein. Das reichte aus, um SCA6-ähnliche Symptome hervorzurufen. Bevor jedoch die klassischen Bewegungsstörungen auftraten, entwickelten die Mäuse Probleme beim Konditionierungslernen. Das könnte bei der Früherkennung der Krankheit helfen, schlagen die RUB-Forscher vor.

Weitere Informationen
http://aktuell.ruhr-uni-bochum.de/pm2015/pm00082.html.de