Zwei Doktoranden der RUB erhalten KWI-Preis

Zwei Doktoranden der RUB erhalten KWI-Preis

© KWI, Foto: Verena Schreiber
Dr. Thomas Geer (Mitte), Vorsitzender des KWI-Fördervereins, überreichte den Dissertationspreis Kulturwissenschaften 2014 an Henning Borggräfe (1. Preis/links) und Astrid Utler (2. Preis).

Der mit insgesamt 4.500 Euro dotierte „Dissertationspreis Kulturwissenschaften“ geht dieses Jahr an zwei Doktoranden der RUB: Henning Borggräfe und Astrid Utler. Beide erhielten ihre Preise am 5. November in Essen.

Zwangsarbeiterentschädigung

Für seine Arbeit „Zwangsarbeiterentschädigung. Vom Streit um vergessene Opfer zur Selbstaussöhnung der Deutschen“ erhielt Henning Borggräfe den mit 3.000 Euro dotierten ersten Preis. Borggräfe setzt sich intensiv und sorgfältig mit der Frage der Entschädigung der Zwangsarbeiter des NS-Regimes auseinander, die durch die Aufarbeitung der NS-Verbrechen seit den späten 1970er-Jahren verstärkt ins öffentliche Bewusstsein rückte. Auf der Basis erstmals ausgewerteter Archivquellen liefert die Dissertation einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Wiedergutmachung der NS-Zwangsarbeit und zur Gesellschaftsgeschichte der jüngeren Geschichte der Bundesrepublik.

Differenzenerfahrungen in Gruppen

Astrid Utler, Stipendiatin der RUB Research School, erhielt für ihre Arbeit „Differenzerfahrung und Umgangsstrategien in Gruppen bestehend aus Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund“ den mit 1.500 Euro dotierten zweiten Preis. Die Psychologin fragt, welche Differenzenerfahrungen in Gruppen gemacht werden, die sich aus Jugendlichen mit unterschiedlichen Migrationskontexten zusammensetzen. Dazu führte Utler Gruppendiskussionen und Interviews und analysierte die Interaktion und Dynamik der Gruppen. Utlers Arbeit ist von hoher Praxisrelevanz und liefert nicht nur Ergebnisse für aktuelle Probleme einer multikulturellen Gesellschaft, sondern überzeugt auch durch innovatives Vorgehen bei der theoretischen Fundierung.

Dissertationspreis Kulturwissenschaften

Zur Förderung junger Forscher/innen lobt der Verein zur Förderung des Kulturwissenschaftlichen Instituts Essen (KWI) seit 2009 jährlich den „Dissertationspreis Kulturwissenschaften“ aus. Der Preis zeichnet exzellente Arbeiten in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften aus, die an einer der drei zur Universitätsallianz Ruhr (UAR) gehörenden Universitäten in Bochum, Dortmund und Duisburg-Essen verfasst wurden. Mit dem Preis wollen der KWI-Förderverein und die Stiftung für Kulturwissenschaften die interuniversitäre Arbeit des Forschungskollegs unterstützen und den wissenschaftlichen Nachwuchs in den Kulturwissenschaften fördern.