Termiten orten Schallquelle

Termiten orten Schallquelle

17.07.2014
© W. Kirchner
Termitensoldat

Termiten können – ähnlich wie der Mensch – die Richtung orten, aus der Schallwellen kommen. Dazu verfügen sie über hochempfindliche Sensoren an den Beinen, die Richtungsinformation aus Vibrationen des Untergrundes erfassen und auswerten können. Die RUB-Verhaltensbiologen Prof. Dr. Wolfgang Kirchner und Dr. Felix Hager konnten das dank Untersuchungen an Termiten in Südafrika nachweisen. Ihre Studie erscheint im „Journal of Experimental Biology“.

„Laufzeitdifferenz“ ist der Schlüssel

Der Schlüssel ist die sogenannte Laufzeitdifferenz“, erklärt Prof. Kirchner. „Auch der Mensch kann die geringe Verzögerung, mit der ein Signal das weiter entfernte Ohr erreicht, erfassen und aus der Differenz seine Schlüsse ziehen.“ Diese Differenz betrage lediglich eine zehntausendstel Sekunde.

Soldaten begeben sich zum Ort des Alarms

Die Forscher hatten schon im vergangenen Jahr über die Kommunikationstechnik der Termiten berichtet: Die Tiere bauen viele Meter lange Gänge, die ihre Hügel mit Futterplätzen in der Umgebung verbinden. Passiert dort etwas Verdächtiges, schlagen sie mit dem Kopf auf den Boden. Die so erzeugten Vibrationen erreichen die anderen Termiten. „Die wehrhaften ‚Soldaten‘ begeben sich dann zum Ort des Alarms, die wehrlosen Tiere bringen sich in Sicherheit.“ Die Frage war aber: Woher wissen die Tiere, wohin sie laufen müssen?

Über die Lücke laufen

Um sie zu beantworten, ließen die Forscher Termiten über eine kleine Lücke zwischen zwei Flächen laufen. Die linke Beinreihe befand sich dabei auf der einen Plattform, die rechte Reihe auf der anderen Plattform. Per Lautsprecher erzeugten die Forscher dann Vibrationen auf den Plattformen, allerdings mit einer winzigen Differenz von eben jener zehntausendstel Sekunde. Die Soldaten-Termiten wandten sich daraufhin ohne Zögern derjenigen Plattform zu, die zuerst vibriert hatte.