RUB-Studie zu Tätowierungen und Piercings

RUB-Studie zu Tätowierungen und Piercings

22.05.2014
© iStock

Über sechs Millionen Menschen in Deutschland sind tätowiert. Die Ergebnisse einer repräsentativen Studie wurden am 21.5. im Universitätsklinikum der RUB vorgestellt.

Mehr als jeder zehnte Tätowierte hat mindestens vier Tattoos, tendenziell tragen Männer größere Tätowierungen als Frauen. Nur eine Minderheit bereut das Tattoo und möchte es korrigieren oder entfernen lassen. Angesichts der Gesamtzahl an Tätowierten bilden diejenigen, die ein Tattoo bereuen, allerdings eine relativ große Gruppe: „Mehrere Millionen Menschen haben Beratungsbedarf“, sagt der Bochumer Dermatologe Dr. Klaus Hoffmann vom Universitätsklinikum der RUB, fast eine Million denken konkret über Veränderung ihres Tattoos nach (Body Modification). Der Anteil an Personen mit Körperschmuck beträgt in Deutschland etwa 40 Prozent (Frauen etwa 66%, Männer ca. 15% - inkl. Ohrlöcher).

2.000 Männer und Frauen hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) deutschlandweit befragt. Auftraggeber der Studie war u.a. das Katholische Klinikum Bochum, UK RUB (Dr. Klaus Hoffmann) zusammen mit Unternehmen, Tattoo- und Piercing-Verbänden und -Vereinen. Die Daten der Erhebung hat der Bochumer Medizinstatistiker und Epidemiologe Prof. Dr. Hans-Joachim Trampisch von der Medizinischen Fakultät der RUB ausgewertet. Nach einer Leipziger Studie aus dem Jahr Jahr 2006 ist dies erst die zweite repräsentative Befragung zum Thema in Deutschland.

Die Anzahl an Personen mit Tattoos (Piercings) hat sich im Vergleich zu 2006 nicht wesentlich verändert und beträgt 9 Prozent (Piercing - ohne Ohrlöcher - etwa 7%). In der Altersklasse der 25- bis 34-jährigen befindet sich der höchste Anteil an Personen mit Tattoos (22%) bzw. Piercings (52% inkl. Ohrlöcher). In der Studie lässt sich kein Zusammenhang zwischen Tattoos und Schulbildung nachweisen.

Die Ergebnisse der Erhebung bilden nun den Ausgangspunkt für eine weitere Zusammenarbeit bei einem bislang kaum beachteten Thema: Wissenschaftliche Standards, klare Regelungen für den Berufszugang des Tätowierers und Hygienevorschriften für Tattoo- und Piercing-Studios wollen die Kooperationspartner künftig erarbeiten. jw