Kleine Forscher wieder ganz groß

Kleine Forscher wieder ganz groß

05.03.2014
© RUB, Foto: Schirdewahn
Die jungen Nachwuchsforscher untersuchen, was in unseren Nahrungsmitteln steckt.

„Forscher Ferien kompakt“: Zum zweiten Mal sind 15 kleine Forscher an der RUB. Die jungen Stipendiaten der Roland Berger Stiftung untersuchen unter dem Motto „Vom Feld auf den Frühstückstisch“, was wir morgens zu uns nehmen. Finanziert wird das Projekt von der Telekom Stiftung.

Zum zweiten Mal an der RUB

Ein aufgeregtes Gewusel herrscht im Labor der Chemiedidaktik von Prof. Dr. Katrin Sommer in der Woche vom 3. bis 7. März: 15 junge Forscher in weißen Kitteln mörsern und fachsimpeln. Bereits in den vergangenen Herbstferien haben die Kinder aus Hamburg, Bremen und dem Saarland gelernt, wie man wissenschaftlich arbeitet und ein Experiment richtig durchführt. Jetzt können sie das Gelernte schon selbstständig anwenden.

Experimentieren im Labor

„Ha, Eier sind stark“, stellt der elfjährige Hao Phat begeistert fest, als er und sein gleichaltriger Laborpartner King fast ein Dutzend dicke Chemiebücher auf drei Eierhälften stapeln. Vorher haben sie die Abstände zwischen den Hälften genau abgemessen, zehn Zentimeter müssen es sein. „Wir wollen herausfinden, wie stabil Eierschalen eigentlich sind“, erklärt King. Bei ihren beiden Freundinnen Pia (10) und Sophia (8) ging der Versuch nicht so gut aus: Schon nach dem dritten Buch brach die Konstruktion zusammen. „Die Eier waren sehr instabil und standen dazu auch noch schief, deswegen haben die nicht so viel ausgehalten“, erklärt Pia, die eine große Schutzbrille auf der Nase trägt.

Wissenschaftliches Arbeiten

Woraus bestehen eigentlich Eierschalen? Dieser Frage gehen die Nachwuchswissenschaftler als Nächstes auf den Grund. Dazu mörsern Pia und Sophia die Schalen und füllen die kleinen Stücke in ein Reagenzglas. Ganz vorsichtig gibt Sophia mit einem Spartel Kalk in ein zweites Reagenzglas. In ein weiteres füllt Pia dann Gips, nachdem sie den Spartel gesäubert hat, „denn das ist ganz wichtig, wenn man damit vorher in einem anderen Gefäß war“, weiß sie. Nachdem sie genau ein fingerbreit Essig eingefüllt haben, beobachten die beiden gespannt, was sich im Reagenzglas tut. „Das sieht lustig aus“, amüsiert sich Pia, als sie die Stückchen im Reagenzglas schüttelt. Betreuerin Eva fragt, warum sich in zwei Proben Bläschen bilden. Die Antwort darauf weiß Pia sofort: „Na, es entsteht Gas!“ Daraus schließen die beiden Forscherinnen, dass es sich bei der Eierschale um Kalk handeln muss. Schnell wird das Ergebnis im Experimentbogen notiert: Probe eins und zwei bilden Bläschen, Probe drei bildet keine.

Was ist wo drin und wo kommt es her

Bevor sich die jungen Forscher ans Werk machen durften, gab es eine kleine Einführung. Dabei haben die Kinder gelernt, was sich in unseren Nahrunsmitteln versteckt. Sie haben Inhaltsstoffe verschiedener Getreidearten kennengelernt und wissen nun, ob in Kokosnüssen und Sonnenblumenkerne Fett enthalten ist. Aus was genau Marmelade und Margarine bestehen, konnten die 15 Jungforscher auch genauer unter die Lupe nehmen, denn beides durften sie selbst herstellen. Eine Exkursion zu einem Lernbauernhof schließt an das bereits Gelernte an: Dort arbeiten die Kleinen aktiv mit und lernen, was der Unterschied zwischen Milchkühen und Mastrindern ist oder wie viel Futter Hühner benötigen.

Redaktion: Romina Zeller

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Hintergrundinformation

Zusammen mit der Telekom Stiftung und der RUB unterstützt die Roland Berger Stiftung beim Projekt „Forscher Ferien kompakt“ Kinder aus benachteiligten Familien, meist mit Migrationshintergrund. Dort werden die Grundschüler mit wissenschaftlichem Arbeiten vertraut gemacht und ihre Talente in den MINT-Fächern gefördert.