Stressfaktoren sind nicht immer schädlich

Stressfaktoren sind nicht immer schädlich

05.03.2014
© RUB, Bild: Read, Kück
Der Pilz Sordaria macrospora bildet während der sexuellen Entwicklung Fruchtkörper mit einer Größe von etwa einem Millimeter. Fehlt das nox1-Gen, bilden sich nur noch unreife Fruchtkörper-Vorstufen (gelb) mit einer Größe von etwa 50 Mikrometern.

Moleküle, die bekannt dafür sind, Stress in Zellen zu verursachen, sind nicht immer schädlich. Manchmal sind sie sogar entscheidend für den Entwicklungsprozess. Neue Belege für diese Theorie haben Forscher der RUB und der Universidad Nacional Autónoma de México gefunden.

Entscheidend für die Pilzentwicklung

Das Team arbeitete mit dem Pilz Sordaria macrospora, der ein Modellorganismus für vielzellige Pilze ist. Die Wissenschaftler verglichen den Wildtyp von S. macrospora mit Mutanten, in denen ein bestimmtes Gen, das sogenannte nox1, defekt war. Das Gen enthält den Bauplan für ein Enzym, das reaktive Sauerstoffspezies entstehen lässt; diese stellen häufig Stressfaktoren für die Zelle dar. Die Zellen der Pilzmutante ohne dieses Enzym sollten also weniger reaktive Sauerstoffspezies enthalten als die Zellen des Wildtyps. Geht es der Mutante damit nun besser oder schlechter? Schlechter lautet die kurze Antwort. Ohne nox1-Gen geriet die Aktivität anderer Gene aus dem Gleichgewicht, die zum Beispiel für die Entwicklung der Pilzzellen entscheidend sind. Tests mit weiteren nox-Mutanten bestätigten, dass reaktive Sauerstoffspezies in verschiedenen Stadien der pilzlichen Entwicklung eine Rolle spielen und in unterschiedliche Signalwege involviert sind.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das Projekt unter Leitung von Prof. Dr. Ulrich Kück vom Lehrstuhl für Allgemeine und Molekulare Botanik (FOR1334). Die Ergebnisse sind in der Zeitschrift „Genetics“ publiziert

Titelaufnahme

D.E. Dirschnabel, M. Nowrousian, N. Cano-Domínguez, J. Aguirre, I. Teichert, U. Kück (2014): New insights into the roles of NADPH oxidases in sexual development and ascospore germination in Sordaria macrospora. Genetics, DOI: 10.1534/genetics.113.159368

Weitere Informationen

Prof. Dr. Ulrich Kück, Lehrstuhl für Allgemeine und Molekulare Botanik, Fakultät für Biologie und Biotechnologie, Tel. 0234/32-28212 Ulrich.Kueck@rub.de