RUB-Mediziner suchen Probanden

RUB-Mediziner suchen Probanden

06.01.2014

Die Abteilung für Phoniatrie und Pädaudiologie der HNO-Klinik der Ruhr-Universität im St.-Elisabeth-Hospital sucht Probanden, die unter der Sprachstörung „Poltern“ leiden. Sie können sich per E-Mail unter polterstudie@gmail.com oder telefonisch unter 0157-79646223 melden.

Die Studie

In der Studie „Untersuchung der neuronalen Hör- und Sprachverarbeitung bei der Redeflussstörung Poltern“ durchlaufen die Probanden verschiedene Untersuchungsschritte: Anamnese, körperliche Untersuchungen sowie einige Sprach-, Aufmerksamkeit- und motorische Tests, die die Charakteristika des Polterns wiedergeben könnten; fMRT (funktionelle Magnetresonanztomographie) und EEG-Untersuchungen geben Aufschluss über Struktur und Aktivität von Arealen im Gehirn, die an Sprachentstehung sowie Sprachproduktion beteiligt sind. Die Teilnehmer müssen Deutsch als Muttersprache haben, sie müssen mindestens 16 Jahre alt sein, bisher noch nicht therapiert worden sein bzw. muss die Therapie mindestens ein Jahr zurückliegen und sie dürfen keine neurologischen oder sonstigen Erkrankungen haben, die der Sprechstörung zugrunde liegen. Die Untersuchungen dauern ein bis zwei Tage; die Reisekosten und ggfs. anfallende Übernachtungskosten sowie eine kleine Aufwandsentschädigung werden übernommen.

Die Redeflussstörung „Poltern“

Poltern ist eine Redeflussstörung, die durch ein erhöhtes und/oder irreguläres Sprechtempo, phonetische und Satzstruktur-Störungen, keine flüssige Rede sowie Selbstwahrnehmungsstörungen gekennzeichnet ist. Poltern weist teilweise Gemeinsamkeiten mit Stottern auf (z.B. ein erhöhtes Sprechtempo); bei anderen Symptomen ist es klar von diesem abzugrenzen (beispielsweise bleibt ein Polterer in der Regel nicht „hängen“). Zudem bestehen Mischformen aus Stottern und Poltern. Im Gegensatz zum Stottern ist die Sprachstörung Poltern viel seltener und in der Öffentlichkeit kaum bekannt. Auch nehmen Menschen mit der Sprachstörung Poltern ihre Symptomatik selbst nicht wahr – anders bei Menschen, die stottern. Bis heute existiert keine pathophysiologische Definition des Polterns.