Spinnenangst überwinden

Spinnenangst überwinden

16.10.2013
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Sie ist ein ungeliebter Zeitgenosse: die Spinne. Wo sie aufkreuzt, löst sie bei vielen Menschen Angst und Ekel aus. Eine Arbeitsgruppe der Klinischen Psychologie und Psychotherapie möchte Abhilfe schaffen: In einer Gruppentherapie am 16. November an der RUB lernen Betroffene, ihre Angst vor den Achtbeinern zu überwinden. Personen mit Spinnenangst sind eingeladen, kostenlos teilzunehmen.

Spinnen beißen nicht

In der Therapiesitzung nähern sich die Probanden dem Thema „Spinne“ auf verschiedene Arten: Sie schauen sich beispielsweise einen Aufklärungsfilm an, in dem ein Experte erklärt, wie Spinnen ticken – dass sie zum Beispiel nicht beißen. Ein anderes Video zeigt eine Szene, in der ein Mensch eine Spinne einfängt, sich dieser langsam annähert und das Tier schließlich über seine Hände und Arme krabbelt. Diese Übung wird live im Hörsaal – mit einem mutigen Freiwilligen – wiederholt. Dieser hat die Aufgabe zu beschreiben, wie er sich bei der Übung fühlt und wie seine Angst schrittweise zurückgeht. Im Anschluss bekommen alle Probanden die Möglichkeit, eine Spinne zu berühren oder sich ihr anzunähern. Diese Übung ist aber vollkommen freiwillig.

Freiwillige Speichelprobe

Der eigentlichen Therapie wird ein kleines Lernexperiment vorangestellt, in dem getestet wird, wie schnell die Probanden einen neutralen Reiz (Bild) mit einem aversiven Reiz (unangenehmes Geräusch) verknüpfen und wie stabil diese Verbindung ist. Menschen, die eine hohe Furchtneigung haben – zum Beispiel vor Spinnen–, haben sich in Untersuchungen als besonders sensibel erwiesen, diese Reiz-Reaktionsverknüpfungen herzustellen. Wer möchte, kann zudem eine Speichelprobe abgeben, die anonymisiert daraufhin untersucht wird, ob genetische Besonderheiten vorliegen, die wichtig sind in Hinblick auf den Furchterwerb. Zudem beantworten die Probanden einige Fragebögen.

Kostenlose Teilnahme

An der Gruppentherapie können alle Personen teilnehmen, die volljährig sind und subjektiv den Eindruck haben, sich vor Spinnen zu fürchten oder massiv zu ekeln. Die Therapiesitzung dauert etwa drei Stunden und findet am Samstag, 16. November, ab 11 Uhr an der RUB statt. Sämtliche Daten, die im Rahmen des Projekts erhoben werden, werden anonymisiert und streng vertraulich behandelt. Wer teilnehmen möchte, schreibt eine kurze E-Mail an anmeldung@hilfebeispinnenangst.de. Die Teilnahme ist kostenlos.

Therapie in der Gruppe

Die Therapiesitzung wird durchgeführt von einer Arbeitsgruppe der Klinischen Psychologie, bestehend aus Projektstudierenden und dem Projektverantwortlichen Dr. André Wannemüller. Ziel ist es unter anderem, zu untersuchen, inwiefern Strategien, die in Einzeltherapien hoch wirksam sind, auch im Gruppenkontext funktionieren.

Text: mv

Weitere Informationen

Dr. André Wannemüller, Arbeitseinheit Klinische Psychologie und Psychotherapie, Fakultät für Psychologie der Ruhr-Universität, Tel: 0234/32-23106 http://www.hilfebeispinnenangst.de andre.wannemueller@rub.de