Trauer um Prof. Alexander Sand

Trauer um Prof. Alexander Sand

08.03.2013

Am 6. März ist Prof. Dr. Alexander Sand im Alter von 85 Jahren gestorben. Von 1969-1990 war er Professor für Exegese und Theologie des Neuen Testaments an der Katholisch-Theologischen Fakultät der RUB.

Regensburger Kommentar

1967 erschien in München seine Dissertation „Der Begriff ‚Fleisch‘ in den paulinischen Hauptbriefen“. Sie ist ein Standardwerk zur neutestamentlichen Anthropologie geworden. Gleichfalls in München ist 1968 seine Habilitationsschrift „Das Gesetz und die Propheten. Untersuchungen zur Theologie des Evangeliums nach Matthäus“ erschienen. An einem empfindlichen Punkt sowohl des ökumenischen als auch des jüdisch-christlichen Dialoges hat Sand die konstitutive Bedeutung der Tora für das Evangelium, aber auch die christologische Qualität der „Erfüllung“ deutlich gemacht. Gleichzeitig hat er den katholischen Moralismus der Moderne kritisch in den Blick genommen, den er exegetisch aufzuheben versucht hat, ohne die Bedeutung der Ethik für den Glauben zu minimieren. In seiner Bochumer Zeit haben die Matthäusstudien einen Schwerpunkt gebildet. Sie sind 1986 in dem magistralen Kommentar gebündelt worden, der den „Regensburger Kommentar zum Neuen Testament“ auszeichnet.

Neutestamentliche Forschung etabliert

Alexander Sand hat in Bochum die Arbeit am Lehrstuhl, in der Fakultät und der Universität auf seine ruhige, verlässliche, sachliche und freundliche Art gefördert. Nach der Gründungsphase hat er die neutestamentliche Forschung an der RUB nachhaltig etabliert. Er hat Generationen von Priester- und Lehramtskandidaten im Ruhrgebiet und darüber hinaus geprägt.