„Vom Manuskript zum Buch“: Neue Veröffentlichung

„Vom Manuskript zum Buch“: Neue Veröffentlichung

© RUB/Marion Nelle

Die Auswahlkriterien waren mehr als prosaisch: Kurz sollte der Text sein, interessant natürlich, lizenzfrei und nicht allzu weit verbreitet. Nach diesen Vorgaben wählten die Teilnehmer des Germanistik-Seminars „Vom Manuskript zum Buch“ aus den über 50.000 Handschriften im Katalog des Literaturarchivs Marbach drei Autoren aus. Vor Ort stellten sie allerdings fest, dass deren Manuskripte nicht zu entziffern waren und entschieden sich schließlich für Rudolf Bindings deutlich leserlichere Novelle „Der Opfergang“ von 1912. Sie erzählt von Octavia, die aus Liebe zu ihrem verstorbenen Mann dessen Geliebter Joie an seiner Stelle das Leben rettet. Die Seminarteilnehmer tippten das handschriftliche Manuskript ab und lasen es Korrektur. Für viele war diese Arbeit im Literaturarchiv die erste Gelegenheit im Studium, praktisch zu arbeiten und schon deshalb ein spannendes Erlebnis.

Umfangreicher Apparat

Die vorliegende Ausgabe enthält aber nicht nur das Originalmanuskript: In mehrere Teams aufgeteilt, versahen die Studierenden den Text mit Kommentaren und verfassten Essays, z.B. zu den Verfilmungen von Veit Harlan (1944) und Christoph Schlingensief (1988), aber auch zu Bindings Rezeption im Dritten Reich. So entstand die erste kritische Edition des Werks. Von der Themenwahl bis zur Covergestaltung wurden alle Entscheidungen von den Studierenden ausführlich diskutiert und eigenständig gefällt. Die Dozentin Stephanie Heimgartner und der Verleger Christian Bachmann unterstützten sie dabei.

Release-Party im „Freibad“

Der Kurs stellt das Buch am 21.01.2013 auf einer Release-Party im Bochumer "Freibad" vor. Dabei lesen die Kursteilnehmer Auszüge aus der Novelle und sorgen mit Cocktails auch für das leibliche Wohl der Gäste. Die Veranstaltung beginnt um 20 Uhr, der Eintritt ist frei.