Erfolgsmodell SchülerUni

Erfolgsmodell SchülerUni

02.10.2012
© RUB-Pressestelle, Marion Nelle
Zwei der Gründungsväter der Bochumer SchülerUni: Reiner Höck, RUB (links) und Dirk Gellesch (Graf-Engelbert-Schule)

10 Jahre, 20 Fakultäten, über 100 Schulen, 2.000 Schülerinnen und Schüler, davon viele als „Wiederholungstäter“ bzw. Rückmelder, ungezählte positive Rückmeldungen und zahlreiche überdurchschnittlich gute Klausuren – das sind nur einige beeindruckende Zahlen und Fakten zur SchülerUni Bochum. Im Wintersemester 2002/03 gestartet, hat sich die SchülerUni als „Erfolgsmodell“ etabliert, sagten NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze und RUB-Rektor Prof. Elmar Weiler bei der Jubiläumsfeier am 1. Oktober.

„Was hier passiert, ist genau das, was wir uns als Landesregierung wünschen“, so Schulze. Sie meint damit unter anderem die Möglichkeit, dass Schülerinnen und Schüler bereits während der Schulzeit die Uni kennenlernen. Sie besuchen hier Veranstaltungen, schreiben Klausuren oder Seminararbeiten, gehen in die Mensa, nehmen tage- oder stundenweise am Campusleben teil und werden für diese Zeit von ihren Schulen freigestellt. Die Schulen bestimmen selbst, wer bei der SchülerUni mitmacht.

Die hohe Nachfrage, das gute Feedback, die oft messbar guten Ergebnisse sprechen eigentlich für sich, wenn da nicht noch die vielen menschlichen Aspekte, manch Kurioses und so einige Anekdoten wären, die die SchülerUni erst recht mit Leben füllen:

  • Da ist Sergej: In der Schule ist ihm schon in der elften Klasse in Mathe nichts mehr beizubringen, die restlichen Leistungen jedoch sind weniger berühmt. Seine Schule zögert, überlegt, hadert, ob die Zusatzbelastung an der Uni sich nicht negativ auswirken könnte. Tut sie nicht. Sergej schreibt über zwei Semester die jeweils besten Klausuren in Analysis I und II an der Uni und verbessert sich auch in der Schule insgesamt deutlich.
  • Da ist Ricardo: auch mathe-affin, ruft er noch nach Semesterbeginn sonntags abends um halb zehn seinen Schulleiter an und redet so lange auf ihn ein, bis er auch zwei Wochen nach Vorlesungsbeginn noch in Algebra II reinrutscht (ohne I gehört zu haben) und die Abschlussklausur locker besteht.
  • Da gibt es inzwischen regelrechte SchülerUni-Karrieren wie die von Melanie Schmidt, ehemalige Schülerstudentin, die sich nach einem Studium der Elektrotechnik in der Promotionsphase befindet und die Lehre in der Fakultät für Elektro- und Informationstechnik unterstützt. Sie lehrt künftig u.a. im gleichen Hörsaal der RUB, in dem Sie bereits als Schülerin die Vorlesungen verfolgte.
  • Da gibt es schließlich sogar die erste „SchülerUni-Ehe“, wie zwei der Gründungsväter des Projekts bei der Jubiläumsfeier verrieten, ohne Namen zu nennen.

Zwei, die die Bochumer SchülerUni von der ersten Stunde an begleiteten, haben nach zehn Jahren viel zu berichten: Reiner Höck, heute Referent des Rektors und damals für die universitäre Lehre zuständiger Mitarbeiter in der Universitätsverwaltung; und Dirk Gellesch, damals Koordinator für die Schulseite, heute Leiter der Graf-Engelbert-Schule in Bochum. Mit Stolz trugen sie bei der Jubiläumsfeier T-Shirts mit der Aufschrift SchülerUni Bochum. Mit Neugier und Wohlwollen haben sie auch heute noch stets ein Auge darauf, ob es „ihrer“ SchülerUni unter dem Dach der „Jungen Uni“ (Schulprojekte an der RUB) auch gut geht. Tut es.

Jens Wylkop
Fotos: Marion Nelle

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Jubiläumsfeier in der RUB mit NRW-Wissenschaftsminsterin Svenja Schulze und RUB-Rektor Elmar Weiler (Bildmitte)



Umringt von Schülerinnen und Schülern: Wissenschaftsministerin Svenja Schulze