Aprophe gegen Rantania

Aprophe gegen Rantania

© RUB-Pressestelle, Marion Nelle
Die Teams aus Bochum und Bonn (beide links) stehen auf, als die Richter den Raum betreten

Der Staat Aprophe gegen Rantania: In einem juristischen Schlagabtausch um einen alten Tempel treten die Universitäten Bochum und Bonn gegeneinander an. Die Verhandlung ist Teil des Jessup International Law Moot Court, bei dem sich derzeit 16 Teams deutscher Universitäten an der RUB miteinander messen.

Monate der Vorbereitung

Bonn vertritt in der völkerrechtlichen Auseinandersetzung den fiktiven Staat Aprophe und somit die Anklage. Bochum übernimmt die Verteidigung für Rantania. Es geht um einen alten Tempel, einen Friedensvertrag von 1965, einen politischen Umsturz 2011, einen Luftangriff und um die Frage welche der beiden Parteien im Recht ist. Beide Seiten haben jeweils 45 Minuten Zeit, um dem Gericht den eigenen Standpunkt darzulegen. Die Verhandlung ist Teil des Jessup International Law Moot Court. Das ist ein juristischer Wettkampf, bei dem derzeit 16 Teams deutscher Universitäten an der RUB im Vorentscheid gegeneinander antreten. Die Studierenden haben diesen Moment bereits seit Beginn des Semesters vorbereitet und viele haben sich extra vom Studium frei genommen. „Seit Mitte Oktober habe ich 30 Stunden die Woche mit Vorbereitungen verbracht und dann nochmal zehn Stunden am Lehrstuhl gearbeitet“, so Martin Schäfer (22).

Vorrunden zum Jessup Moot Court gestartet

Am Donnerstag (16.02) um 14 Uhr fand der zweite Teil der Vorrunden statt, bei dem unter anderem Bonn gegen Bochum angetreten ist. Die fünf Studentinnen der beiden Teilnehmergruppen tragen schwarze Anzüge, Pumps und haben die Haare streng hochgesteckt. Der einzige männliche Vertreter in diesem Durchgang trägt ebenfalls einen Anzug, was dem Ganzen eine authentische Atmosphäre gibt. Auf den Gesichtern zeigt sich nervöse Anspannung, als die Richter-Jury in Talaren den Saal betritt. Prof. Dr. Christian Tomuschat, Prof. Dr. Nele Matz-Lück und Dr. Christian Johann urteilen an diesem Nachmittag über die Leistung der Nachwuchsjuristen.

Interesse für Völkerrecht steht im Vordergrund

Als alles vorbei ist, entspannen sich die Kontrahenten etwas. Zwar steht noch die Entscheidung über Sieg und Niederlage aus, aber das schlimmste ist geschafft. Die meisten der jungen Juristen haben sich für die Teilnahme am Moot Court entschieden, da sie der Themenschwerpunkt besonders reizt. Zudem hoffen sie, sich in Sachen Auftreten, freies Sprechen und Englisch zu verbessern. „Wenn man sich für Völkerrecht interessiert, ist der Wettbewerb eine Bereicherung, da man einen großen Grundstock an fachlichem Wissen ansammelt. Ansonsten ist es natürlich ein halbes Jahr, indem man nicht viel vom restlichen Universitätsstoff schafft“, erklärt Anne Goertz (21). Das spannende Finale findet Samstag um 15 Uhr im Bergbaumuseum statt.

Marie-Astrid Reinartz

Fotos: Marion Nelle

Weitere Informationen

Lars Kramm, Juristische Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, 44780 Bochum, 0234/32- 22823 lars.kramm@rub.de

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Studentin Julia Kopania vom Bochumer Moot-Court-Team



Richterin und zwei Richter beim Vorentscheid des Moot Courts (v. l.): Prof. Nele Matz-Lück (Universität Kiel), Prof. em. Christian Tomuschat (HU Berlin), Dr. Christian Johann (Rechtsanwalt, Berlin). Im Vordergrund die Studentinnen des Bochumer Teams