Der 7-Tesla-Scanner kommt durchs Dach

Der 7-Tesla-Scanner kommt durchs Dach

26.10.2011
© Pressestelle RUB; Babette Sponheuer
Passte nur durchs Dach: der neue 7-T-MRT-Scanner der RUB

Er wiegt über fünf Tonnen, hat einen Raumbedarf von mehr als hundert Quadratmetern mit allem drum und dran, kostet zwei Millionen Euro und passt definitiv durch keine normale Tür. Durchs Dach wurde der neue 7-Tesla-MRT Scanner an der Ruhr-Universität Bochum in das Gebäude NI/NT (Rubion, Isotopenlabor) gehievt. Finanziert von der Stiftung Mercator dient dieses Großgerät der neurowissenschaftlichen Grundlagenforschung in der Mercator Research Group (MRG) „Struktur des Gedächtnisses“ an der RUB.

Scanner für die Grundlagenforschung

Bis der Magnetresonanz-Scanner fertig aufgestellt, installiert, getestet und betriebsbereit ist, wird noch etwas Zeit vergehen. Voraussichtlich ab Anfang 2012 können die Nachwuchsforscher und -forscherinnen aus der Mercator-Gruppe das Gerät nutzen, um funktionelle und gedächtnisbasierte Prozesse im Gehirn von Kleintieren in derzeit höchster Auflösung bei 7 Tesla zu untersuchen. Tesla ist das Maß für die magnetische Flussdichte. Zum Vergleich: Die stärksten Dauermagneten kommen auf 1 bis 1,5 T, bis zu 3 T haben Kernspintomographen für Anwendungen am Menschen, die Dipolmagnete des Teilchenbeschleunigers CERN in der Schweiz schaffen 8,6 T (Quelle: Wikipedia).

Neue experimentelle Möglichkeiten

Für die Bochumer Neurowissenschaften, einen Forschungsschwerpunkt der RUB, bedeutet die Anschaffung des Geräts neue experimentelle Möglichkeiten, um beispielsweise Gedächtnisleistungen oder Lernprozesse in kognitiven Aufgaben bestimmten Funktionen und Orten im Gehirn „live“ zuzuordnen. Forscherinnen und Forscher um Prof. Magdalena Sauvage, Prof. Denise Manahan-Vaughan und Prof. Onur Güntürkün erhoffen sich davon weitere Erkenntnisse, wie Lern- oder Erinnerungsvorgänge im Gehirn exakt ablaufen.

Jens Wylkop
Fotos: Babette Sponheuer


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Der Scanner an seinem Standort im Gebäude NI/NT