40 Jahre Botanischer Garten

40 Jahre Botanischer Garten

21.10.2011
© RUB Pressestelle, Marion Nelle
Frisch enthüllt: Prof. Karl Esser freut sich über die neue Stele im Botanischen Garten, links Rektor Prof. Elmar Weiler

Auf einem Festakt anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Botanischen Gartens der Ruhr-Universität enthüllte am 20. Oktober Rektor Prof. Dr. Elmar Weile eine Stele mit einer Tafel zu Ehren des Gründers, Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Karl Esser.

Erinnerungen des Gründers

In typisch kölnischem Humor dankte der inzwischen 87-jährige Gelehrte für diese Ehre und erinnerte daran, dass der Garten nicht unter seiner Ägide entstanden wäre, wenn sein Sohn nicht damals gesagt hätte: „Ich komme nur mit nach Bochum, wenn ich einen Botanischen Garten kriege“. Viele „graue“ Gäste aus der Frühzeit der Ruhr-Universität, darunter drei Alt-Rektoren und der Alt-Kanzler waren dabei, als Esser daran erinnerte, dass er in Rektor Kurt Biedenkopf einen Fürsprecher hatte, um die Förderung für den Garten in Ministerium in Düsseldorf zu bekommen.

15.000 verschiedene Arten

Der Botanische Garten der RUB gehöre zu den zehn größten in Deutschland. Rektor Weiler nannte ihn einen „Imageträger“ und erläuterte, dass es nicht auf die Größe der Fläche ankäme, denn mit seinen gerade mal 14 ha sei er kleiner als die meisten Golfplätze. Aber während in Deutschland nur ca. 4.000 Pflanzenarten heimisch seien, kultiviere und pflege der Bochumer Botanische Garten bis zu 15.000 verschiedene Arten. Einzigartig sei auch dessen Konzeption, die auf Prof. Esser und den Technischen Leiter Bernd Kirchner zurückgehe. Er ist, so Weiler, der einzige Garten in Deutschland, der nicht einem wissenschaftlichen System folge, sondern konsequent eine Konzeption nach ökologischen und geografischen Gliederung aufweise. Auf die Vorteile dieser geografischen Gliederung ging auch der Direktor des Gartens, Prof. Thomas Stützel, ein: „Die Kontinentalverschiebung verläuft viel langsamer als jede systematische Änderung in der Wissenschaft“. Nach den vielen Modewechseln in den Systemen wäre ein System schnell veraltet – nicht aber die Gliederung des Bochumer Gartens.

Für Lehre und Wissenschaft

Prof. Stützel betonte die Funktion des Gartens als Ort der Lehre und der Wissenschaft; so sei ein Schwerpunkt die Erforschung der Evolution der Blütenpflanzen aus den Nadelhölzern. Auch die internationale Forschung fände im Garten ihren Ort. So sei gegenwärtig ein Humboldt-Stipendiat aus Brasilien in Bochum, um im Botanischen Garten über Pflanzen aus seiner südamerikanischen Heimat zu forschen.

Bürger-Garten

Dass der Garten zugleich konsequent auf Besucher der Stadt und Region ausgerichtet sei und von ihnen angenommen werde, betonten alle Redner. Marita Schmeink, stellvertretende Sprecherin des Senats, verwies darauf, dass der Botanische Garten als Zentrale Betriebseinheit der RUB unter der Leitung des Senats stünde und entsprechend guter Tradition – wie etwa der Jardin de Luxembourg in Paris – gerade von den Besuchern aus Stadt und Region lebe und diese ihn zu ihrem Garten gemacht haben.

Autor: Dr. Josef König

Fotos: Marion Nelle


Festvortrag: Prof. Karl Esser erzählt von den Anfängen des Botanischen Gartens



Der Geehrte als Zuhörer: Prof. Karl Esser, Gründer des Botanischen Gartens