RUB-Historiker durchleuchten Bundesamt für Verfassungsschutz

RUB-Historiker durchleuchten Bundesamt für Verfassungsschutz

06.10.2011

Noch mehrere Jahrzehnte nach dem Ende des Hitler-Regimes 1945 waren die deutschen Bundesbehörden von der Mentalität des so genannten „Dritten Reiches“ und seiner Vertreter belastet. Nun untersuchen Prof. Dr. Constantin Goschler und Prof. Dr. Michael Wala vom Historischen Institut der RUB die nationalsozialistische Vergangenheit des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV). Die beiden Forscher beschäftigen sich mit der „Organisationsgeschichte des BfV 1950-1975, unter besonderer Berücksichtigung der NS-Bezüge früherer Mitarbeiter in der Gründungsphase.“

Archive durchforsten

In den nächsten drei Jahren durchforsten Goschler und Wala Archive und überprüfen die ehemaligen Mitarbeiter des BfV auf ihre Beziehung zum Nazi-Regime. Michael Wala macht darauf aufmerksam, dass nicht nur deutsche Archive, sondern auch die der Alliierten des Zweiten Weltkriegs in den USA und Großbritannien untersucht werden. Constantin Goschler sagt: „Unser Vorhaben zielt nicht auf sensationelle Fälle, sie sind nur die Spitze des Eisberges. Uns interessiert aber der Eisberg, wie die Strukturen und der Umgang mit den einstigen Nazis sich gestalteten.“ Die beiden RUB-Wissenschaftler machen die NS-Vergangenheit des BfV transparent und veröffentlichen die Ergebnisse nach Abschluss des Projekts.

Weitere Informationen

Prof. Dr. Constantin Goschler, Lehrstuhl für Zeitgeschichte des Historischen Instituts der RUB, Tel. 0234/32-22540 Zeitgeschichte@rub.de

Prof. Dr. Michael Wala, Lehrstuhl Geschichte Nordamerikas des Historischen Instituts der RUB, Tel. 0234/32-24667 Michael.Wala@rub.de