Latein – oder über den Vorteil, tot zu sein

Latein – oder über den Vorteil, tot zu sein

21.04.2011

Das Lateinische gilt gemeinhin als ‚tote‘ Sprache und somit als weitgehend unnütz, allenfalls noch für Inschriften auf Ehrenmedaillen gut. Auf der anderen Seite besitzt das Lateinische aber, gerade weil es nicht mehr in Gebrauch ist, eine unglaubliche Flexibilität des Ausdrucks, die es ermöglicht, jede beliebige andere Sprache sehr exakt ins Lateinische zu übertragen, ohne die sonst unvermeidlichen Verfremdungseffekte und Sinnverluste.

Bochumer Latinist untersucht Werk aus dem 17. Jh.

So argumentierte jedenfalls Ludovico Marracci (1612-1700), Professor für Arabisch an der Universität „La Sapienza“ in Rom. Sein Werk hat der Bochumer Latinist und Religionswissenschaftler Prof. Dr. Reinhold Glei, Mitglied im Research Department CERES, jetzt untersucht. Seine Studie wurde im Jahrbuch für Europäische Wissenschaftskultur veröffentlicht.