Fußball trifft Sprache

Fußball trifft Sprache

25.03.2011
© LSI
Überreichte die ersten Zertifikate in "Türkisch intensiv": Mahir Saglik (rechts)

Sportlich ging es in dieser Woche im Landesspracheninstitut in der RUB zu. Dort, wo sonst exotische Sprachen wie Chinesisch, Russisch, Japanisch, Arabisch und neuerdings auch Türkisch gelehrt werden, wehte heute ein Hauch von Stadionluft in den Unterrichtsräumen. VfL- Bochum-Kicker Mahir Saglik besuchte die Teilnehmer des ersten Türkisch-Intensivkurses im LSI und überreichte ihnen die wohlverdienten Abschlusszertifikate.

100 Stunden Türkisch in zwei Wochen

Auch wenn es auf den ersten Blick so scheint, als hätten Fußball und Sprache lernen nichts gemeinsam. Aber irgendwie ist beides ziemlich anstrengend und schweißtreibend. Hinter den neun Teilnehmern liegen zwei Wochen anspruchsvolles Sprachtraining: Gebüffelt wurde bis zu zehn Stunden am Tag und das an fünf Tagen in der Woche. Da kommt man schon mal ins Schwitzen. Das bestätigt auch Ulrich Bohnen, Teilnehmer des Intensivkurses. „Zuerst bin ich jeden Tag nach Bochum gependelt. Aber als ich gemerkt habe, wie hoch das Arbeitspensum ist, habe ich mir kurzerhand ein Zimmer im LSI genommen.“

Der 54-Jährige arbeitet beim Wirtschaftsministerium NRW und ist dort zuständig für die Außenwirtschaft. Seinen beruflichen Schwerpunkt bilden der arabische Raum und die Türkei. Dass der Kurs mehr als nur nützliche Sprachkenntnisse vermittelt, treibt ihn seit Kursbeginn an: “In der Türkei stehen mir zwar Dolmetscher zur Verfügung, trotzdem steigern Türkischkenntnisse die interkulturelle Kompetenz.“ Und das verschafft im Umgang mit türkischen Geschäftspartnern einen klaren Vorteil.

Türkisch in Bochum

Auch der 27-Jährige Profikicker Saglik ist begeistert von dem Angebot, am LSI Türkisch lernen zu können. „Ich wusste nicht, dass man in Bochum Türkisch lernen kann. Umso mehr freue ich mich, dass es am LSI die Möglichkeit gibt. Die Sprache macht einfach Spaß – genau wie Fußball.“ Sprache und Fußball haben also doch mehr gemeinsam als man denkt.

Das Landesspracheninstitut ist seit 1973 in Bochum ansässig. Im Laufe der letzten 40 Jahre hat sich der Bedarf an neuen Sprachen weiterentwickelt. Das bestätigt auch Dr. Jochen Pleines, geschäftsführender Direktor des LSI: „Die Nachfrage unserer Kunden hat sich in den letzten Jahren enorm verändert. Auch das Türkische ist auf dem Vormarsch. Immer mehr Deutsche sind in der Türkei aktiv, wirtschaftlich, politisch und kulturell.“
Der nächste Grundkurs Türkisch wird voraussichtlich im Spätsommer 2011 stattfinden.