Unerwartet aufgeräumte Honigwaben
Meldung vom 02.08.2010

Unerwartet aufgeräumte Honigwaben

Die Abbildung mit einem magnetischen Kraftmikroskop zeigt die Anordnung von magnetischen Nord- (helle Punkte) – und Südpolen (dunkle Punkte) auf einem lithographisch hergestellten Honigwabengitter. Bemerkenswert ist, dass in den meisten Eckpunkten abwechselnd drei Nord- bzw. drei Südpole aufeinander treffen. Dadurch entsteht eine neue magnetische Ordnung, die zwar die Spin-Eis Regeln verletzt, jedoch durch ihre Regelmäßigkeit überrascht und fasziniert. Download (345.8 kB)

Im „Spin-Eis“ lassen sich exotische Eigenschaften magnetischer Systeme untersuchen: Mit mikrometerkleinen magnetischen Inseln, die sie in Form von Honigwaben in einer Ebene anordneten, gelangen Physikern der Ruhr-Universität um Prof. Dr. Hartmut Zabel überraschende Beobachtungen. Beim Anlegen eines Magnetfeldes sucht sich das System einen unerwartet geordneten Zustand aus und nimmt dabei in Kauf, dass die Pole der Magneten energetisch äußerst ungünstig zusammenliegen.

Neue Speicher denkbar

„Wenn man solche Systeme magnetischer Monopole besser versteht und steuern kann, kann man in diesen Zuständen wesentlich mehr Informationen speichern als mit herkömmlichen Speichertechniken, die nur zwei Zustände kennen“, erklärt Prof. Zabel die Bedeutung des Experiments. Die Forscher berichten in der aktuellen Ausgabe der „Applied Physics Letters“.

Weitere Informationen
http://aktuell.ruhr-uni-bochum.de/pm2010/pm00236.html.de