Boethius – Christ oder heidnischer Philosoph?
Meldung vom 29.06.2010

Boethius – Christ oder heidnischer Philosoph?

Der „Kranke“ (d.h. an Depression leidende) Boethius und die „Ärztin“ Philosophie, die ihn von seinem Trübsinn heilt (tröstet). Auf den Spruchbändern sind Zitate aus dem Werk zu lesen. Download (1.4 MB)

Womit tröstet sich ein zum Tode Verurteilter? Am Beispiel des spätantiken Philosophen Boethius untersuchen die Bochumer Philologen Prof. Dr. Nicola Kaminski und Prof. Dr. Reinhold Glei in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Franz Lebsanft aus Bonn die Frage, welche Rolle das Christentum für den „letzten Römer“ und seine Rezeption spielte. Sie stellen fest: Boethius war zwar Christ, suchte jedoch seinen Trost nicht in der christlichen Heilsbotschaft, sondern in den abstrakten Lehren der Philosophie.

Im Herzen und Denken ein antiker Mensch

Sein Heiland war Sokrates, nicht Christus, und seine Apostel waren nicht Petrus und Paulus, sondern Platon und Aristoteles. Trotzdem wurde er als christlicher Märtyrer verehrt. Den vielfältigen Transformationen des christianisierten Boethius gehen 15 Wissenschaftler aus dem In- und Ausland in einem von den drei Philologen herausgegebenen Sammelband nach.

Weitere Informationen
http://aktuell.ruhr-uni-bochum.de/pm2010/pm00208.html.de