RUB-Physiker entdecken neuen Effekt
Meldung vom 18.03.2010

RUB-Physiker entdecken neuen Effekt

Wenn Elektronen um ein Hindernis herumströmen, können sie sich dahinter beim Zusammenfließen addieren oder auslöschen. Enthält das Hindernis ein Magnetfeld, kann sich dieses Verhalten periodisch im Magnetfeld ändern, Physiker sprechen vom Aharonov-Bohm-Effekt. Dass auch seitlich des Hindernisses liegende Magnetfelder einen Einfluss ausüben, hat ein Physikerteam aus Holland, Deutschland und Italien unter maßgeblicher Beteiligung von Prof. Dr. Andreas Wieck (Angewandte Festkörperphysik der RUB) jetzt entdeckt. Eine erklärende Theorie fehlt bislang. Die Forscher berichten in Nature Physics.

Phasenverschiebung vertauscht Verstärkung und Auslöschung

Immer, wenn die Wege von Elektronen sich teilen, weil sie links- und rechtsherum um ein Hindernis herumlaufen und ihren Strom dahinter wieder vereinigen, spielt ihr Wellencharakter die entscheidende Rolle. Hinter dem Hindernis können sie sich addieren oder sogar gegenseitig auslöschen (destruktive Interferenz). Wenn nun das Hindernis ein Magnetfeld beinhaltet, werden die Wellen (genauer ihre „Phasen“) verschoben und aus Verstärkung kann Auslöschung werden oder umgekehrt. Das nennt man den seit Jahren bekannten „Aharonov-Bohm-Effekt“.

Weitere Informationen
http://www.pm.ruhr-uni-bochum.de/pm2010/msg00030.htm