RUB richtet Kolleg für Nachwuchsforscher zum Thema Compliance ein
Meldung vom 18.03.2010

RUB richtet Kolleg für Nachwuchsforscher zum Thema Compliance ein

Spätestens seit der weltweiten Finanzkrise ist das Verhältnis von Staat und Unternehmen eine der Grundfragen unserer Zeit. In den USA längst alltäglich und staatlich sanktioniert, ist die „Compliance“ in Deutschland noch immer eine weitgehend unerforschte rechtliche Grauzone. Dabei geht es um Maßnahmen und Mechanismen, darum Regeln zu beachten – etwa die des Kartell-, Steuer- und Umweltrechts sowie des Korruptionsstrafrechts. Mit Unterstützung der Stiftung Mercator richtet die Ruhr-Universität Bochum zum 1.4. das deutschlandweit erste Nachwuchskolleg zum Thema „Compliance im Interaktionsrahmen zwischen Unternehmen und Staat“ ein. Die Laufzeit beträgt zunächst zwei Jahre. Acht Promotionsstipendien für herausragende junge Forscher sind ausgeschrieben.

Compliance reflektieren und erfassen

Das Kolleg vereint Rechtswissenschaftler, Doktoranden und Vertreter der Rechtspraxis, die das Problem- und Gestaltungswissen zur Compliance mit einbringen – sie kommen zum Beispiel aus Unternehmen wie E.ON, Henkel, ThyssenKrupp und HOCHTIEF und aus namhaften Rechtsanwaltskanzleien. Das Thema ist hoch aktuell, der Forschungsgegenstand entwickelt sich dynamisch. Für die Unternehmen hat „Compliance“ in den vergangenen Jahren rasant an Bedeutung gewonnen. Mittlerweile haben die meisten deutschen Großunternehmen und zahlreiche mittelständische Unternehmen einen so genannten Chief-Compliance-Officer. In den USA hängt die Höhe von Geldbußen bereits vom Compliance-Programm des Unternehmens ab und werden effektive Programme belohnt. „Die rechtswissenschaftliche Herausforderung ist, den bisherigen Umgang mit Compliance in der Praxis kritisch zu reflektieren und erstmals systematisch zu erfassen“, sagt Prof. Dr. Martin Burgi, Dekan der Juristischen Fakultät der RUB.

Weitere Informationen
http://www.pm.ruhr-uni-bochum.de/pm2010/msg00032.htm