Gefälschte Medikamente entlarven
Meldung vom 18.03.2010

Gefälschte Medikamente entlarven

Prof. Dr. Martina Havenith-Newen, Dr. Jens Soetebier und Prof. Dr. Martin Hofmann (v.l.) vor einem THz-Versuchsaufbau. Download (516.5 kB)

Gefälschte Medikamente sind ein wachsendes Problem und verursachen nicht nur enormen finanziellen Schaden, sondern auch Gesundheitsgefahren für Anwender. Um Fälschungen künftig sicher zu erkennen, entwickeln Terahertz-Forscher der Ruhr-Universität (Prof. Dr. Martina Havenith-Newen, Lehrstuhl Physikalische Chemie II) gemeinsam mit Industriepartnern versteckte, nicht optisch erkennbare Kennzeichnungen, die sich automatisiert zum Beispiel bei der Ein- und Ausfuhrkontrolle prüfen lassen. Sie werden dabei für zweieinhalb Jahre mit insgesamt 1,35 Millionen Euro aus dem Ziel II-Programm des Ministeriums für Wirtschaft, Mittelstand und Energie des Landes NRW und der EU unterstützt.

Fälschung in Originalverpackung

Dass, wer Arzneimittel im Internet bestellt, gute Chancen hat, auf eine Fälschung hereinzufallen, ist bekannt. Es gibt aber auch schon Fälle, in denen gefälschte Medikamente ohne das Wissen des Apothekers in Apotheken verkauft wurden. „Zum Teil werden die Fälschungen in Originalverpackungen verkauft, das macht es immer schwieriger sie zu erkennen“, sagt Dr. Jens Soetebier vom Applied Competence Cluster Terahertz der RUB. Der Schaden durch solche Produktpiraterie wird auf 17 bis 25 Milliarden Dollar geschätzt, Tendenz steigend. Und damit nicht genug: Die Fälschungen enthalten teils gar keine Wirkstoffe, teils sogar giftige Inhaltsstoffe.

Weitere Informationen
http://www.pm.ruhr-uni-bochum.de/pm2010/msg00025.htm